Romantick

Seit einiger Zeit gehe ich ja schwanger mit der Idee einen Roman zu schreiben. Warum weiß ich auch nicht so genau. Ich nenne es meinen Romantick. Vielleicht hat es damit zu tun, dass einige meiner Freunde entweder schon einen Roman geschrieben haben oder es gerade tun oder beabsichtigen einen zu schreiben. Sowas färbt ab. Die ganzen anderen mir bekannten Leutchen, die nicht beabsichtigen einen Roman zu schreiben, färben eben nicht so ab. Vielleicht meldet sich so der konservative Teil meines Unterbewußtseins, jener Teil, der mich glauben lässt, dass man einen Roman geschrieben haben sollte im Leben, neben den anderen Dingen, die man getan haben sollte (Haus bauen, Kind zeugen, Apfelbäumchen pflanzen, Venedig sehen und sterben). Eigentlich bin ich im großen und ganzen auch schon fertig mit dem Buch. Im Wesentlichen dreht es sich um einen Mann in den besten Jahren, der nachmittags nach der Arbeit in einer mittleren deutschen Großstadt in einem netten Café noch einen Kaffee trinken möchte. Obwohl durchaus ein Überangebot an Lokalitäten herrscht, kann er sich aber nicht recht durchringen einzukehren. Aus dieser Alltagssituation entwickelt sich rasch ein emotional tiefschürfendes Charakterbild, das die hoffnungslose Suche des Menschens nach Identität in der Nach-Postmoderne schonungslos offenlegt. Aber ich will nicht zu viel verraten.  Ich muss auch noch ein wenig am ersten Satz feilen. Und am letzten. Und am Mittelteil sowieso. Und dann muss ich das alles auch noch aufschreiben. Der Titel ist auch Mist, taugt eigentlich noch nicht mal als Arbeitstitel. Hauptsächlich schreibe ich nachmittags daran, während ich in einem Café sitze. Und da ich mich im Moment nicht entscheiden kann, wo ich meinen Nachmittagskaffee trinke, komme ich in Sachen Schreiben sowieso keinen Schritt voran. Aber einen Agenten habe ich schon. Also fast. Ein Freund kennt einen, der hat ihm einen Agenten empfohlen. Und wenn er den kontaktiert, könnte er auch ein gutes Wort für mich einlegen. Wenn ich den Roman fertig hab.

4 Responses to Romantick

  1. chico sagt:

    wielange renovieren die congoer noch ihren krahl?

  2. isi sagt:

    bis heute einschließlich, sagen´se

  3. Michael Kenda sagt:

    Ich hab ja auch einen Roman geschrieben. Leider habe ich ihn als Klolektüre auf der öffentlichen Damentoilette am Hauptbahnhof Wermelskirchen vergessen. Na, schreib ich halt nen neuen.

  4. guams sagt:

    Genau diesen Roman habe ich gerade im Urlaub gelesen. Allerdings war der von Heinz Strunk und hieß „Die Zunge Europas“. Der fängt damit an, dass ein Schreiber im Kaffee sitzt, Leute beobachtet und ganz zufällig mit dem Finger zwischen den Holzstreben der Tischplatte steckenbleibt.

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