Experten aufgepasst!

August 3, 2009

Ab Donnerstag startet der ultimative Congolesen-Bundesligatipp. Ist nur was für totale Experten, die aber eigentlich tippfaul sind. Nämlich für solche, die mehr als ein paar Tage in die Fußballzukunft gucken können (wenn auch nicht bis 2020 wie etwa der SPD-Kanzlerkandidat). Normalerweise wird bei einem Fußballtipp jeweils der nächste Spieltag prognostiziert. Das heißt aber auch, dass man jede Woche aufs Neue sich irgendwo einloggen muss oder anrufen oder seinen Tippzettel an einer verwaisten Parkbank hinterlegen muss, was für ein Stress. Bei unserem Tipp tippt jeder nur zweimal: einmal für die Hinrunde und einmal für die Rückrunde. Oder anders geschrieben: Am Donnerstag tippen wir einhundertdreiundfünfzig Spiele und irgendwann im Dezember nochmal einhundertdreiundfünfzig. Wer mitmachen möchte, klickt hier! Was es zu gewinnen gibt, schreibe ich am Freitag…

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Mannschaft steht

Juli 29, 2009

Es ist ein guter Brauch zu Beginn einer Bundesligasaison seine Mannschaft aufzustellen. Manche überlassen das irgendwelchen mehr oder weniger kompetenten Trainern oder Managern, wahrscheinlich nur, weil sich dann herrlich unbeschwert von der Tribüne meckern lässt. Andere spielen das Kicker-Managerspiel. Kann man ja inzwischen auch online spielen. Man wählt einfach aus allen Spielern der Bundesliga sein Team und ärgert sich ab dann an jedem Spieltag, wenn einer meiner Spieler den entscheidenden Elfer versemmelt oder sich verletzt. Für Tore, Karten, gute oder schlechte Spiele gibt´s nämlich Punkte und wer am Ende die meisten Punkte hat, hat gewonnen. Logisch. Diese Saison setzen wir uns endlich mal wieder hin und spielen das Managerspiel analog. Beim Bier werden Spieler versteigert. Da muss man gut vorbereitet sein. Ich habe mich heute schonmal hingesetzt und mein Wunschteam aufgestellt. Natürlich nicht einfach nur die teuersten, nein, kann ja jeder. Ich spiele mit System. Voraussetzung um es in mein Team zu schaffen, ist der richtige Nachname. Taugt der auch als Geräusch war das entscheidende Kriterium. Klingt doch direkt viel wohlklingender, wenn man sich mal wieder über schlechte Spiele lautstark ärgert!

Und so so sieht das Ganze online beim Kicker aus:


Sport im Mai

Mai 2, 2009

Während Malte Snooker in der Arbeiterstadt Sheffield guckt und Stefan übers Wasser zur Proletarierinsel Juist schippert, habe ich in nichts nachgestanden und passend zum Tag der Arbeit dem Bundesligaabstiegskampf im Ruhrgebiet beigewohnt, wo Fußball ja bekanntlich auch überwiegend schwere Maloche ist. Wenn die Schweinegrippe weiter dermaßen grassiert und galoppiert, sind solche Menschenaufläufe ja bald Geschichte und man kann Fußball nur noch via Fernsehen verfolgen. In diesem Sinne habe ich also eine der wenigen letzten Chancen auf Live-Fußball genutzt. In der Tat dauerte das Pinkeln in der Halbzeitpause mindestens doppelt so lang, weil – völlig untypisch – fast jeder hinterher noch die Hände gewaschen hat, „von wegen die Schweinepest, verstehse? Is besser!“ Gab aber noch einen zweiten Grund für die Fahrt zum „Rewirpowerstadion“: Mit von der Partie war ein nach eigener Aussage echtes „Bochumer“ Mädel, das aber noch nie beim VFL war. Leider war ihr zur Premiere kein Sieg vergönnt…


null zu null

April 25, 2009

Gestern war Derby. Der Heimatverein gegen die Düsseldorfer Fortuna. Die ganze Veranstaltung lief unter dem Motto „Hier ist nicht nur der Fußball schlecht“ und endete null zu null. So richtig zufrieden sein konnte niemand damit. Womit eigentlich schon alles geschrieben wäre, wenn nicht, ja, wenn nicht doch einer zufrieden war nach dem Schlußpfiff: Der Schiedsrichter. Der hatte kurz vor dem Abfiff dem Heimatverein einen glasklaren Elfmeter verweigert. Schiedsrichter sind seltsame Wesen. Angst wohnt ihnen inne, die Angst vor Fehlentscheidungen. Am liebsten ist ihnen ein Spiel, in dem nichts passiert, denn da kann auch nichts falsch entschieden werden. Ein langweiliges null zu null mögen sie gern. Der Ball im Strafraum? Womöglich ein gegnerischer Stürmer dazu? So nah am Abwehrspieler? Und jetzt fällt der auch noch? Das ist ein Greuel Gräuel Alptraum Albtraum Unding in den Augen des Unentschiedenen, da bleibt die Pfeife stumm.

Aber wenigstens habe ich mich nicht so aufgeregt wie Chico.


Ach, Jürgen…

April 9, 2009

Null zu vier in Barcelona. Jetzt bläst Jürgen Klinsman der knallharte Wind der Fußballstammtischkritik um die schwäbische Nase. Dabei kann er gar nichts dafür. Wieso? Na, weil dahinter eine Riesenverschwörung steckt, die ich schon im Januar in einem Text über den Fußballgott der Congogemeinde offenbart habe. Damit alle echten Fußballfans mitreden können und um dem Präsidium des FCBs die Augen zu öffnen, veröffentliche ich hier die volle Wahrheit:

Bei Fußballgotts zuhause – Teil III: Jürgen

Es ist Samstagabend. Der Fußballgott liegt gemütlich zuhause auf der Couch und guckt das aktuelle Sportstudio. Da rauscht seine Frau Ulla, das Abstiegsgespenst, herein. Er bemerkt gleich, sie ist auf hundertachtzig.
„Och, Liebling, schon zurück aus Gladbach?“
„Lenk jetzt bloß nicht ab. Da steckst du doch wieder dahinter.“
„Äh, ich weiß nicht, was du meinst.“
„Spiel nicht den Unwissenden. Ich will wissen, was hier gespielt wird.“
„Äh, Fußball?“
„Hör auf den Ahnungslosen zu spielen, du weißt genau, was ich meine.“
„Äh, nein.“
„Wieso hast du den 1.FC Köln bei den Bayern gewinnen lassen und das auch noch zu Karneval? Es ist doch eins der zehn Fußballgebote, dass Köln in der Karnevalszeit verliert.
„Ach, das war Zufall. So was passiert immer mal wieder.“
„Ach, komm, es gibt keinen Zufall im Fußball. Wenn etwas nach Zufall aussieht, dann weiß doch auch der dümmste Kickerleser, dass du wieder deine Finger im Spiel hattest. Also, was hast du dir dabei gedacht?“
„Ich habe hier nur auf der Couch gelegen und nichts gemacht, ehrlich, Schatz.“
„Ich bitte dich, der 1.FC Köln, dieser Karnevalsverein mit Geißbock als Wappentier, da weiß man doch gleich, die verbocken alles. Diese lächerliche Trümmertruppe, mit diesem gedopten Nasenbär als Trainer. Die sind doch nur in der Bundesliga, weil du dich nicht mehr für die zweite Liga interessierst. Nee, nee, nie und nimmer geht dieser Sieg gegen die Bayern mit rechten Dingen zu. Gib zu, du willst nicht, dass Bayern dieses Jahr Meister wird.“
„Aber Schatz, wie kannst du so was denken?“
„Du hast mir bei unserer Hochzeit versprochen, dass Bayern München immer immer immer Deutscher Meister wird als Zeichen unserer unsterblichen Liebe. Huch, du liebst mich nicht mehr!“
„Aber, nein, Schatz, nicht doch?“
„Hast du eine andere? Du betrügst mich doch nicht etwa mit einer Spielerfrau?“
„Aber nein, wie kannst du denn so was denken?“
„Das habe ich nicht verdient, ich habe dir und dem Fußball meine besten Jahre geopfert und das ist der Dank? Allein die ganzen Operationen bis ich endlich wie ein richtiges Abstiegsgespenst ausgesehen habe. Und wofür? Dafür dass der feine Herr sich mir nichts dir nichts eine jüngere sucht. „Du bist in all der Zeit nur noch schöner geworden, ehrlich.“ „Gib es zu! Wer ist das Luder? Etwa diese Radioschnepfe Sabine Töpperwien oder diese Birgit Prinz, nein, warte, diese Monika Lierhaus, die findest du doch so geil? Du Schuft! Ich hasse dich!“
„Nein, es gibt keine andere, Schatzi, wirklich!“
„Du Schwein, ich hätte auf meine Mutter hören sollen, ich verlasse dich, werde doch glücklich mit dieser Schlampe.“
„Nein, Liebling, warte, ich gebe es zu, ich bin schuld, aber verlass mich nicht.“
„Ich hab es gewusst. Dass du dich nicht schämst, in deinem Alter! Wer ist es?“
„Es ist nicht so wie du denkst, es gibt keine andere Frau, aber das mit dem gegen Bayern sein schon.“
„Keine andere Frau, du bist nur einfach so gegen Bayern, das soll ich dir glauben?“
„Komm mit in den Keller, ich beweise es dir.“
Aufgeregt folgt Ulla ihrem Mann in den Keller und sieht verwundert zu, wie ihr Mann Stapel alter Kisten aus einer Ecke in die andere räumt. Eine Holztür kommt zum Vorschein. Er öffnet er die schwere Tür, dahinter ist ein dunkler Raum. Darin sitzt auf einem Stuhl ein blonder Mann im besten Alter, an Händen und Füßen gefesselt. Als der Mann den Fußballgott erblickt, versucht er was zu sagen, aber weil er geknebelt ist, hört man nur „mmhmhhmhmmh“.
„Ganz ruhig. Ulla, das ist Jürgen.“
„mmmhmmmh.“
„Ein Kerl? Das ist ja noch schlimmer. Du bist ja pervers!“
„Nein, nein, das hier ist nichts Sexuelles. Das ist Jürgen Klinsmann, der Bayerntrainer.“
„mmmhmhmmh.“
Selbst durch die Knebellaute erkennt Ulla den schwäbischen Akzent des Gefangenen, es ist wirklich Jürgen Klinsmann. Der Fußballgott lächelt sie verlegen an.
„Du hast heute Nachmittag den Trainer des FC Bayern entführt? Spinnst du jetzt komplett?“
„Äh, nein, ich habe ihn nicht heute Nachmittag entführt.“
„Sondern?“
„Es war im Juli letzten Jahres, kurz vor Saisonbeginn.“
„Er sitzt seit acht Monaten hier im Keller?“
„Ja.“
„mmmmhmmmh.“
„Das ist doch Unsinn, ich habe ihn doch heute noch auf Premiere gesehen. In München.“
„Das war nicht der echte Jürgen Klinsmann. Das hier ist der Echte. Der in München ist ein Strohmann.“
„Ein Jürgen-Klinsmann-Double trainiert jetzt den FC Bayern München?“
„Ja.“
„Aber warum?“
„Naja, Schatz, weißt du, ach was solls, ja, ich habe dir in der Hochzeitsnacht versprochen, dass Bayern immer Meister wird, aber ich hasse es, ich bin fast wahnsinnig geworden, ich kann die nicht leiden, die Bayern gehen mir so was von auf den Sack, ich kann dir gar nicht sagen, wie sehr. Aber ich hatte es dir versprochen und da waren mir die Hände gebunden. Aber es arbeitete in mir, all die Jahre und mit jedem Titel, den diese Halunken einheimsten wurde es schlimmer und schlimmer, ein Feuer brannte ihn mir, der Bayern München Hass. Und dann letztes Jahr kam die Chance, die Bayern lahm zu legen. Mein Kollege aus Fernost hat mir versprochen, alles sollte nach Zufall aussehen.“
„Dein Kollege aus Fernost?“
„Ja, der islamische Gott des Fußballs, und des Terrors gleichzeitig, den kennst du doch. Der war doch bei uns zu Besuch.“
„Ach, der mit dem Bart, wie hieß der noch?“
„Ballah.“
„Stimmt, ich wusste gleich, als ich den Namen hörte, das muss ein Spinner sein.“
„Jedenfalls, ich habe Klinsmann entführt und Ballah hat seine Gestalt angenommen und sich als Trainer des FC Bayern undercover an sein Vernichtungswerk gemacht, er will dafür sorgen, dass die es nicht einmal in die Champions League schaffen.“
„Du machst gemeinsame Sache mit einem Terroristen?“
„Ja, wie soll man den Bayern denn sonst beikommen? Das ist die ganze schmutzige Wahrheit, aber es ist keine andere Frau im Spiel, das schwöre ich. Mein Herz schlägt nur für dich und gegen den FC Bayern München!“
„Och, Männe, das hätteste aber auch sagen können. So wichtig ist mir das mit Bayern doch auch wieder nicht, ich bin doch dein größter Fan.“
Sie fallen sich in die Arme.
„Und was wird aus dem echten Jürgen Klinsmann, wenn die Saison zu Ende ist?“
„Och, den lassen wir einfach laufen.“
„Aber er wird bestimmt alles ausplaudern.“
„Das ist egal. Die Geschichte glaubt ihm sowieso keiner.“

(Text und alle Rechte: iSi)

Bayern

September 30, 2008

Terrorismus ist ja in. Oele zum Beispiel hat gestern statt unserer Lesung beizuwohnen den RAF-Film geguckt. Der historische Teil des Terrorismus halt. Die modernen Terroristen sind ja schon weiter. Huber ist einer, Jürgen Klinsmann ist einer. Beide arbeiten fieberhaft daran, den Bayernmythos zu zerstören. Das Moderne daran ist, beide werden von denen bezahlt, die sie bekämpfen. Klinsmann etwa. Sitzt im sonnigen Kalifornien, geht ans Telefon, soll Bayerntrainer werden und denkt sich, das ist die Chance den FCB in die Zweitklassigkeit zu schicken. Ich muss nur ernste Miene zum bösen Spiel machen. Ganz gefasst kommentiert er jetzt unerklärliche Niederlagen, nein, es hat nicht daran gelegen, dass ich ein B-Team ins Rennen schicke. Kaum sind die Mikros weg und er ist allein, macht er die Beckerfaust. Bis die Großkopferten merken, was hier läuft, ist es zu spät und die Roten haben wieder ihr Derby mit 1860! Ha! Weiter so, Jürgen!


Noch schnell´n Abschiedsspiel

September 2, 2008

Oliver Kahn macht gerade sein Abschiedsspiel. Ich kenne sowas ja nur aus der Kneipe. „Ich glaub´, ich geh´ dann jetzt.“ „Ach komm, noch eine letzte Runde.“ Natürlich spielt man dann noch ´ne Runde Skat. Oliver Kahn verspricht aber, dass dies sein letztes Fußballspiel ist. Gut so! „Dran halten!“ rufe ich ihm zu. Und erinnere mich an die WM 2002. Da habe ich WM-Sammelbildchen in Öl gemacht. Das von Herrn Kahn zeige ich hier nochmal, bevor es dann morgen total unbrauchbar wird. Zur Erklärung und Erinnerung: Die WM-Sammelbildchen entstanden vor der WM 2002, als kaum jemand davon ausging, dass es die deutsche Mannschaft ins Finale schaffen würde, was sie aber tat, jedoch mit dem wenig begeisternden handelsüblichen Rumpelfußball. Es gab noch kein Public Viewing, Brasilien gewann das Finale durch Kahnfehler mit zwei zu Null, aber der Torwart wurde trotzdem Spieler des Turniers. Das Kahn-Sammelbildchen (und damit ich auch) hatte also etwas Prophetisches (Kahn im Finale) und irrte nur leicht im Ergebnis (0:1 statt 0:2).