Bitte nicht abdecken…

September 16, 2008

Das letzte Wochenende stand ganz im Zeichen der traditionell-gepflegten Zerstreuung: Wurstbingo im Wiesenstübchen. Das Wiesenstübchen (vormals Malereck) gehört nicht gerade zu den Lokalitäten, die ich häufig aufsuche. Und dass ich als Vegetarier auch keine Mettwürstchen gewonnen habe, ist genauso folgerichtig wie gerecht. Dafür habe ich bei der Sonderverlosung (Serie 82) eine hässliche Wanduhr gewonnen.

Nach dem Wurstbingo: Der Herr links hält die Bingokarten (gerollt) in der Hand und geht in Gedanken nochmal die Zahlen durch; die Dame in der Mitte ist Frustesserin und kompensiert den Umstand, dass sie nichts gewonnen hat mit einem Milchspeiseeis; nur der Herr rechts hat beim Wurstbingo gewonnen, was man an der mit Mettwürsten prallgefüllten Tüte nur zu gut erkennen kann, allerdings will er nicht mit anderen beiden teilen und bereitet den Satz: „Sorry, Leute, ich hätte euch ja wirklich gerne noch auf die ein oder andere zu Recht gewonnene Mettwurst eingeladen, aber ich für meinen Teil bin total geschafft und muss ins Bett. Tschüssi!“ mit einem Gähnen vor.

.Das Wurstbingo unbeschreiblich ist, muss man hier glauben. Den Bingo-Spielleiter Friedhelm muss man einfach erlebt haben! Aber leider wohl nicht mehr im Wiesenstübchen. Et gab Stress. Die letzte Runde wurde auch nicht mehr gespielt. Ja, die Volksseele kochte hoch. Dabei ging es anfangs so lyrisch zu. Rief jemand „Bingo“, schrie Friedhelm laut „Bitte nicht abdecken!“ und meinte damit, dass die Plättchen mit denen die gezogenen Zahlen auf den Bingokarten markiert sind, liegen bleiben sollten, bis „das Bingo“ von seinem mathematisch begabten Spannman kontrolliert worden ist. Gab der sein OK, tröttete Friedhelm ins Mikro: „Es hat gestimmt, es darf abgedeckt werden!“ Darauf gab´s am Nebentisch immer den schönen unsinnigen Reim: „Es hat gestimmt, deshalb gibt´s außer der Wurst noch Zimt!“


Kritzel-Ei 32

September 14, 2008


Spiel weg…

September 12, 2008

Wie es aussieht, dauert das mit den schwarzen Löchern aus der Schweiz doch länger. Jedenfalls ist mir bis jetzt nüschts Besonderes aufgefallen: Sachen sind noch alle da, die Schwerkraft funktioniert in den bisher bekannten Parametern, selbst die Schweiz steht noch. Wahrscheinlich wird da irgendwas vertuscht. Aber die das vertuschen, die machen das gut. Muss man denen lassen. Nee, wirklich.

Außer Fußball. Da hammse geschludert, die Vertuscher! Kann mir doch keiner erzählen, dass Madonna schuld an der heutigen Bundesligaspielabsage ist! Nee, wahrscheinlich ist der Rasen der Commerzbank-Arena schon längst mit schwarzen Löcher durchsetzt. Ausgerechnet beim Fußball schlägt die Antimaterie zu! Gut, ist nur Frankfurt gegen Karlsruhe, aber warum nicht Kaiserslautern? Es gibt eben keinen Fußballgott! Und während ich mich darüber echauffiere, kommt mein Patenkind, das mit ihrer Schwester heute bei uns nächtigt und fragt warum ich so schimpfe. Ich versuche ihr mein Spielausfallstheorem nahe zu bringen (natürlich schonend, ich will das Kind ja nicht unnötig verschrecken und ihm seine Zukunft schwarz malen, außerdem, ob ich was von Madonna fasele oder von schwarzen Löchern ist beides böhmisch für die Vierjährige). Wie ich aber dann von ihr erfahren darf, zeigen heutzutage Grundschullehrer (und -lehrerinnen natürlich) Kindern bei Regelverstößen rote und gelbe Karten wie beim Fußball. Zwar sei sie selbst noch kein Schulkind, sondern eine Kindergarten-Brummelhummel, aber ihr sei zu Ohren gekommen, dass zwei ältere Spielkameraden eine gelbe und eine rote Karte gezeigt bekommen hätten. Die gelbe habe es fürs Schwätzen gegeben. Ob sie denn wisse, wie man die rote Karte noch nennt, frage ich sie, um ihr dann zu erzählen, dass diese Karte auch Arschkarte heißt (ihre Eltern werden mich dafür loben, dass ich ihr solche Fachbegriffe beibringe), weil der Schiedsrichter die rote Karte im Gegensatz zur gelben Karte eben nicht aus der Brusttasche, sondern aus der (rechten?) Gesäßtasche ziehen würde. Nein, das habe sie nicht gewusst, war ihre prompte Antwort, aber Arschkarte würde gut passen, weil der Anton habe die Arschkarte fürs pupsen gesehen.


Und Tschüss…

September 8, 2008

Eigentlich ist es schön, dass wir uns morgen treffen. Dass wir es geschafft haben, einen gemeinsamen Termin mit Chico zu finden, um Fotos für die nächsten Plakate zu „schießen“. Eigentlich. Aber die ganze Mühe ist umsonst. Am Mittwoch ist Weltuntergangsanfang. In Genf wird am 10. September der Teilchenbeschleuniger LHC am Kernforschungszentrum Cern in Betrieb genommen. Der LHC ist eine 27 km lange Röhre, in der Teilchen auf annähernd Lichtgeschwindigkeit beschleunigt werden und aufeinander losgelassen werden. Oder anders gesagt: In der Schweiz wird der Urknall in klein nachgestellt. Natürlich in einem Tunnel, war klar. Schade übrigens, dass Genf ein eigener Kanton ist und dass das Experiment nicht zum Beispiel in Andermatt stattfindet, so funktioniert der Kalauer, dass die Schweizer einen Uriknall planen leider überhaupt nicht. Beim zweiten Little Big Bang entsteht alles, was auch beim ersten Mal entstanden ist. Ursuppe zum Beispiel. Und während die Forscher die noch auslöffeln, übersehen sie klitzekleine schwarze Löcher, die sich ebenfalls gebildet haben. Irgendwann flutschen die dann aus der Röhre, die Löcher natürlich, nicht die Forscher. Schweben mit einem Lufthauch unter der Tür durch. Jeder weiß ja aus diversen hochseriösen Science-Fiction-Büchern und -Filmen was schwarze Löcher so anstellen. Die saugen einfach alles in sich hinein, schwups ist die Materie weg und das schwarze Loch wächst. So ist das. Draußen auf den beschaulichen Schweizer Straßen fressen die schwarzen Löcher Feinstaub, Abrieb und andere Miniminiteilchen bis nur hohle Gassen übrig bleiben. Am Donnerstag oder Freitag sind die schwarzen Biester dann sicher schon faustgroße Löcher im Käse. Aber wenn man sie sehen kann, dann isses zu spät. Spätestens am Wochenende haben die schwarzen Löcher die ganze Schweiz verputzt. Und dann dauert der Rest auch nicht mehr lange.

Ich hab Stefan, Malte und Chico aber noch nichts gesagt. Dass heißt wir machen erstmal die Fotos. Bringt ja auch nix, jetzt panisch zu werden. Positiv denken ist das Stichwort. Vielleicht machen die schwarzen Löcher ja auch einen Bogen um Wuppertal, weil sie sich nicht den Magen verderben wollen.


132 Euro sind genug…

September 7, 2008

ist das Ergebnis einer Studie zweier „Wirtschaftsforscher“ (Friedrich Thießen, Professor für Finanzen an der Technischen Universität Chemnitz und Kollege Christian Fischer) und meinen damit, dass 132 Euro Arbeitslosengeld II im Monat für das Minimum einer Existenzsicherung ausreichend sind. Was sagt man dazu? Ich sag mal: Die Stammtischzellenforschung ist zu Recht umstritten und sollte nicht weiter mit öffentlichen Mitteln finanziert werden, sonst dreht sich am Ende die Sonne doch wieder um die Erde. Aber auf mich hört ja sowieso keiner. Die machen doch eh wat ´se wollen. Die da oben. Dafür hammse Geld. Und wer kann des dann wieder ausbaden? Richtig! Der kleine Mann. Geh mir bloß weg mit die Akademiker! Politiker! Mänager! Steckse alle in einen Sack, triffste immer den richtigen, wennde druffkloppst! Ist doch wahr! Prost!

Professor Dr. Dr. iSi (Wirtschafts- und Stammtischzellenforscher)


Kritzel-Ei 31

September 7, 2008


Heldenfotos

September 6, 2008

Auf vielfachen Wunsch hier ein paar von Chicos Triathlon-Fotografien:


Wuppertal 24h

September 2, 2008

Unser nächster Termin findet im Rahmen von Wuppertal 24h statt, wie letztes Jahr in der Schöningbuchhandlung neben anderen „bekannten“ Wuppertalern, neben leckerem Wein und neben Leberkäse vom örtlichen Metzger. Wir lesen einmal um 18.30 Uhr und dann nochmal um 23.00 Uhr.

Wer sich die Mühe macht, den Kopf zu drehen, um die Namen der Beteiligten zu lesen, dem fällt vielleicht auf, dass hinter den Namen in Klammern eine Berufsbezeichnung zu finden ist. Für meine (Administrator) ist Malte verantwortlich.

Fürs nächste Mal hätte ich da einen Änderungswunsch. Beim Cross Triathlon, als Stefan und ich zur Vom-Schwimmen-zum-Fahrrad-Wechselzone spazierten, sprach mich (und nicht Stefan) eine Ordnerin mit dem Satz an:

„Sind Sie Athlet?“

„Ja!“ war meine prompte Antwort, die sie ohne Verwunderung akzeptierte als sei es das normalste der Welt. Also nächstes Jahr bitte Administrator durch Athlet ersetzen. Ungefähr so:


Noch schnell´n Abschiedsspiel

September 2, 2008

Oliver Kahn macht gerade sein Abschiedsspiel. Ich kenne sowas ja nur aus der Kneipe. „Ich glaub´, ich geh´ dann jetzt.“ „Ach komm, noch eine letzte Runde.“ Natürlich spielt man dann noch ´ne Runde Skat. Oliver Kahn verspricht aber, dass dies sein letztes Fußballspiel ist. Gut so! „Dran halten!“ rufe ich ihm zu. Und erinnere mich an die WM 2002. Da habe ich WM-Sammelbildchen in Öl gemacht. Das von Herrn Kahn zeige ich hier nochmal, bevor es dann morgen total unbrauchbar wird. Zur Erklärung und Erinnerung: Die WM-Sammelbildchen entstanden vor der WM 2002, als kaum jemand davon ausging, dass es die deutsche Mannschaft ins Finale schaffen würde, was sie aber tat, jedoch mit dem wenig begeisternden handelsüblichen Rumpelfußball. Es gab noch kein Public Viewing, Brasilien gewann das Finale durch Kahnfehler mit zwei zu Null, aber der Torwart wurde trotzdem Spieler des Turniers. Das Kahn-Sammelbildchen (und damit ich auch) hatte also etwas Prophetisches (Kahn im Finale) und irrte nur leicht im Ergebnis (0:1 statt 0:2).


Helden des Alltags

September 2, 2008

Ich gehöre ja zu den Jungs, die es geschafft haben, die gesamte Schulzeit hindurch keine einzige Urkunde in diversen Bundesjugendwettkämpfen zu „erringen“. Ich weiß jetzt gar nicht, gibt´s die noch jedes Jahr oder sind die abgeschafft worden? Egal, was mich betrifft: Zum einen brachte ich eine gewisse Leibesfülle in die Schule mit, die – gepaart mit Faulheit und Bewegungsabneigung – es mir erschwerte, selbst im unteren Segment sportliche Höchstleistungen abzuliefern. Zum anderen war zu meiner Schulzeit eine gewisse Verweigerungshaltung gegenüber solchen Ereignissen auch schon Pflicht (im Gegensatz zu heute war die Anti-Haltung nicht lustgesteuert, sondern fußte auf dem Boden einer skeptischen Geisteshaltung und war stets ideologisch durchdacht, was aber urkundentechnisch letztendlich aufs Gleiche rauskommt).

So zogen die Jahre ins Land. Heute leben wir in zeiten des Fitnesswahn und NRW-Tags. Und wie einige mitbekommen haben, war gestern der Cross-Triathlon. Um es kurz zu machen: Unsere Congolesen-Staffel hat sich hervorragend geschlagen: Letzter Platz. Ich kann zufrieden sein. Die Tradition meiner Bundesjugendwettkampfgeschichte ist also gewahrt worden, mit einem Unterschied: Wir haben eine Urkunde. Und die wird ausgedruckt und gerahmt, da kannste aber drauf wetten, Alter!

Interessant, dass der Leid-Chip Leit-Chip, der unsere Zeit messen sollte, nur Maltes Schwimmzeit und die Gesamtzeit festgehalten hat. Das wirft natürlich einen Schatten auf die Veranstaltung, ich überlege ernsthaft Protest einzulegen, zumal ich vier Staffelbiker noch überholt habe (einer hatte einen Platten) und die anderen waren sowieso noch mehr gedopt als wir mit unserem Eigen-Epo und Fremd-Urin. Und wenn dann noch die Technik gegen einen ist… Überhaupt 22. Platz, wieso ist das überhaupt der letzte Platz? Hallo? Startnummer 124! Die 100 für Staffel. Aber dann 24. Wir sind 22. Da fehlen zwei, nicht nur nach Adam Riese. Alles sehr merkwürdig. Gut, wir hätten hier und da sicher noch mehr etwas Zeit rausholen können, Malte hätte eine stromlinienförmigere Badehose anziehen können, ich hätte mich nicht unbedingt für eine Zigarette während der zweiten Runde an der landschaftlich schönsten Stelle der Mountainbikestrecke auf eine Bank setzen müssen für einen Moment der Muse abseits der Wettkampfhektik und Stefan hätte auch bergaufwärtslaufen üben können.