Leibesernüchterungnachklapp…

Mai 28, 2008

Schön war´s! Unsere letzte Lesung vor der Sommerpause. Vielen Dank noch mal an Michael Kenda und Dirk Hägar Häger, die sich beide von Kopf (Sie strich mir die Haare aus der Stirn) bis Fuß (Man muss wissen, die Sohle ist das Genick eines Schuhs) auf das Thema eingestellt haben. Wir hatten alle großen Spaß.

Besonders gut angekommen sind auch die Malteaufsteller, die Chico eigens gebastelt hatte, damit unser lyrisches Ich doch irgendwie bei uns weilen konnte. Der erste Malteaufsteller ist ca. 50 cm groß und kann winken.

Der zweite Malteaufsteller ist lebensgroß und bringt seine und Chicos sportliche Seite zur Geltung.

Ob Chico mit den Aufstellern jetzt in Serie geht, ist noch nicht ganz entschieden. Erste Anfragen liegen schon vor.

So, jetzt isse also da. Unsere Sommerpause, bis September. Aber vielleicht lesen wir die Fußballtexte nochmal spontan während der EM. Und am NRW-Tag soll auch was passieren.

Ach ja, und dann war da noch Michaels (sammelt nicht!) Anmerkung, dass die Paninibildchen von heute nicht mehr so riechen wie früher, was wohl am Kleber liege. Ich hatte bisher immer gedacht, Schnüffler nehmen Plastiktüten, dass man mit Panini schnüffelt, ist damals an mir vorbei gegangen. Aber Stefan hatte mir ja unlängst ein altes Paninibildchen mit unserem fiesen Extrainer geschenkt, mit Unterschrift, aus den Siebzigern. Ein Bild, dass ich eigentlich nicht mehr anschauen wollte und erst recht nicht herzeigen wollte. Dieser Gesichtsausdruck! Als ob er damals beim Paninishooting wolfgangfrankundfrei dachte: „Heuer muss ich für diesen fiesen FC Nürnberg spielen, der 2008 als Rekordabsteiger in die Bundesligahistorie eingehen wird. Das wird übrigens auch das Jahr sein, in dem ich als total professionelles und stets über Strukturen und Arbeitsbedingungen grübelndes Traineraas den Wuppertaler Sportverein von der Tabellenspitze nach unten trainieren werde, aber was soll ich mir jetzt Gedanken machen über das, was in zwanzig Jahren sein wird, jetzt bin ich noch aktiver Fußballer. Was würden andere geben, für das, was ich erreicht habe. Mein Beruf ist ein Traumjob. Ich sollte mich glücklich schätzen und meine Zeit als Spieler genießen und lächeln.“ Aber da hatte der Paninifotograf leider schon längst geknipst. Wo war ich? Ach so, hier: Nach der Lesung, also viel später, nach mehreren Bieren, endlich zuhause, irgendwann um halb 4 in der Früh, habe ich mit geschlossenen Augen an Wolfgang Frank geschnüffelt, gut, dass meine Geliebte schon ganz tief schlief und mich nicht dabei gesehen hat. Und was soll ich sagen? Es stimmt! Auch heute noch versprüht das alte Klebebildchen einen ganz besonderen Pattexultraduft, mit dem die aktuellen nicht mithalten können. Früher war nicht alles besser, aber einiges halt doch.